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Paula, dein Freund in dieser Geschichte.

HAUSMONSTER · ZWEITE REIHE · CA. 5–8 MINUTEN

Paula und der Riesenschatten

Eine Geschichte mit Mario und Paula.

Mario hatte eine Höhle gebaut.

Eine Decke hing über dem Tisch. Zwei Kissen lagen darunter. Neben dem Eingang stand eine kleine Lampe, die Papa extra so hingestellt hatte, dass sie sicher stand und nicht zugedeckt wurde.

In der Höhle war es gemütlich.

Mario nahm ein Buch mit hinein. Paula brachte ihren gestreiften Hausschuh und erklärte ihn zum Briefkasten.

„Falls jemand Post hat.“

Mario legte einen Zettel hinein.

Darauf stand HALLO.

Paula zog ihn heraus, las ihn mit Marios Hilfe und nickte.

„Der Briefkasten funktioniert.“

Sie machten es sich auf den Kissen bequem.

Draußen wurde es langsam dunkel. Papa ließ die Wohnzimmertür offen und ging in die Küche.

Mario blätterte im Buch.

Plötzlich erschien auf der Wand hinter der Höhle ein riesiger Schatten.

Er hatte einen langen Hals und etwas, das wie ein krummer Schnabel aussah.

Mario hörte auf zu blättern.

Paula sah ebenfalls hin.

Der Schatten bewegte sich.

Ganz langsam.

Mario zog die Füße an.

„Was ist das?“

Paula legte ihren Hausschuh ab.

„Das weiß ich noch nicht.“

Mario schaute zum Eingang der Höhle. Von dort konnte er nur einen Teil des Zimmers sehen.

Auf dem Boden stand nichts Großes.

Aber an der Wand war der Schatten fast so hoch wie das Regal.

Er wollte nicht allein nachsehen.

„Papa?“

Papa kam gleich.

„Hier ist ein Riesending an der Wand.“

Er setzte sich vor den Höhleneingang.

„Ich schaue mit euch.“

Mario rückte näher. Paula kam hinter ihm hervor, den Hausschuh fest unter dem Arm.

Papa folgte ihrem Blick.

Dann sah er zur Lampe.

Neben ihr stand der Wäscheständer. Über einer Stange hing ein langer Ärmel. Dahinter ragte ein Kleiderbügel hervor.

Durch die offene Tür kam ein kleiner Luftzug. Der Ärmel bewegte sich.

An der Wand bewegte sich der lange Schatten mit.

Mario schaute hin und her.

„Das ist nur der Pullover?“

„Der Pullover und der Bügel“, sagte Papa.

Er nahm den Bügel ab und legte ihn auf den Tisch.

Der krumme Schnabel an der Wand verschwand.

Mario ließ die Schultern sinken.

Paula betrachtete ihren Hausschuh.

„Der könnte auch einen ziemlich großen Schatten haben.“

Papa räumte den Wäscheständer ein Stück zur Seite. Dann setzte er sich mit ihnen neben die freie Wand.

„Wenn ihr möchtet, können wir es ausprobieren.“

Mario nickte.

Paula hielt den Hausschuh zwischen Lampe und Wand, mit genügend Abstand zur Lampe.

Auf der Wand erschien ein kleiner Schuhschatten.

Mario kam näher an Paula heran.

„Der sieht aus wie ein Boot.“

Paula bewegte den Schuh ein kleines Stück zur Lampe hin.

Der Schatten wurde größer.

Mario machte die Augen weit auf.

„Noch ein Boot.“

„Dasselbe“, sagte Papa.

Paula bewegte den Schuh wieder näher zur Wand.

Der Schatten wurde kleiner.

Mario nahm seinen Brief mit dem HALLO darauf.

Auf der Wand sah man davon nur ein dunkles Rechteck. Die Buchstaben konnte man nicht lesen.

Er drehte das Papier zur Seite.

Das Rechteck wurde ganz schmal.

„Jetzt ist der Brief fast weg.“

Paula legte den Schuh ab und hob eine Pfote.

An der Wand erschien ein Schatten mit drei kurzen Fingern.

Mario hob seine eigene Hand daneben.

Er streckte den Daumen aus und bewegte die anderen Finger.

„Eine Ente“, sagte er.

„Eine sehr gesprächige“, meinte Paula.

Die Schattenente schnatterte lautlos an der Wand.

Papa formte mit beiden Händen einen anderen Schatten. Mario konnte erst nicht erkennen, was es sein sollte.

„Ein Hase?“

Papa bewegte zwei Finger.

„Genau.“

Paula versuchte es ebenfalls. Mit ihren runden Pfoten sah das Ergebnis eher aus wie ein Kartoffelsack.

Mario lachte so sehr, dass seine Ente verschwand.

An der Wand blieben nur Hände und Pfoten.


Später stellte Papa die Lampe wieder an ihren Platz.

Der Wäscheständer stand nun so, dass kein langer Ärmel vor das Licht hing.

Mario und Paula krochen in die Höhle zurück. Das Buch lag noch auf dem Kissen, an derselben Stelle wie vorher.

Mario schaute einmal zur Wand.

Da war nur ein kleiner weicher Schatten von der Tischkante.

„Ich dachte wirklich, es wäre etwas Riesiges.“

Paula nickte.

„Es sah auch riesig aus.“

Mario nahm den HALLO-Brief und legte ihn wieder in den Hausschuh.

„Vielleicht bekommt der Schatten morgen Post.“

Paula zog die Decke am Eingang ein wenig zur Seite, damit sie Papa sehen konnten.

Im Wohnzimmer war es warm und ruhig.

Mario schlug das Buch auf.

Diesmal las er weiter.

Schön, dass du dabei warst.
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