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Theo, dein Monsterfreund in dieser Geschichte.

WELTMONSTER · ETWA 6–10 MINUTEN VORLESEZEIT

Theo und der Weg zum Bach

Eine Geschichte mit Mia und Theo.

Mia hatte eine Karte gemalt.

Unten war Omas Haus. In der Mitte stand eine große Linde. Oben schlängelte sich eine blaue Linie über das Papier.

„Der Bach“, erklärte sie.

Neben die blaue Linie hatte Mia einen besonders großen Stein gezeichnet. Dort wollten sie heute ihre Pause machen.

Oma packte die Wasserflaschen ein. Mia faltete die Karte einmal in der Mitte und steckte sie in die Jackentasche.

Vor der Gartentür wartete Theo.

Das Weltmonster war moosgrün, hatte breite Füße und einen kleinen Stoffbeutel, der ihm bei jedem Schritt gegen den Bauch klopfte. Auf dem Beutel war ein Blatt aufgenäht.

„Was hast du dabei?“, fragte Mia.

Theo öffnete den Beutel.

Ein Taschentuch. Eine leere Dose. Und ein flacher Stein.

„Die Dose ist für mein Brot. Der Stein war schon hier.“

„Warum nimmst du ihn mit?“

„Er liegt gut in der Pfote.“

Mia fand das einen ausreichenden Grund.

Sie gingen mit Oma den Weg entlang. Am ersten Zaun blühten gelbe Blumen. Hinter dem zweiten stand ein rotes Fahrrad. Dann kamen sie zur großen Linde.

Bis hierher stimmte die Karte ganz genau.

Mia zog sie aus der Tasche.

„Jetzt müssen wir nur noch zur blauen Linie.“

Theo stellte sich neben sie.

Auf dem Papier lag der Bach oberhalb des Baumes.

Vor ihnen lagen jedoch zwei Wege.

Einer führte am Zaun entlang. Der andere bog um eine Wiese.

Mia schaute auf die Karte. Dann auf die Wege.

„Ich habe die Abzweigung vergessen.“

Theo blickte über ihre Schulter.

„Vielleicht steht sie auf der Rückseite.“

Mia drehte das Blatt um.

Hinten war ein kleiner Keksfleck.

„Das ist keine Abzweigung“, sagte sie.

Theo nickte.

„Eher eine Krümelinsel.“

Mia lachte kurz. Dann wurde sie wieder ernst.

Sie hatte die Karte machen wollen, damit sie den Weg zeigen konnte. Jetzt wusste sie selbst nicht weiter.

Oma blieb neben ihnen stehen.

„Wir müssen uns nicht beeilen.“

Mia sah nach links und rechts. Beide Wege wirkten plötzlich fremder als vorher.

„Vielleicht ist meine Karte falsch.“

Oma betrachtete das Blatt.

„Das Haus und die Linde hast du gut eingezeichnet. An dieser Stelle fehlt uns noch etwas.“

Theo setzte seinen Beutel ab.

„Dann brauchen wir nicht gleich ein anderes Land.“

„Nein“, sagte Oma lächelnd. „Erst schauen wir uns hier um.“

Am Weg neben der Wiese stand eine kleine Holztafel. Darauf waren eine Brücke und ein Pfeil gemalt.

Mia erinnerte sich.

„Wir sind beim letzten Mal über eine Brücke gegangen!“

Oma nickte.

„Ich kenne den Weg. Die Brücke liegt dort entlang.“

Gemeinsam gingen sie in die Richtung des Pfeils. Mia hielt ihre Karte nun in beiden Händen.

Der Weg führte an hohem Gras vorbei. Weiter hinten standen Bäume so dicht, dass es darunter dunkler aussah.

Theo blieb am Rand stehen.

„Da klingt es anders.“

Mia lauschte.

Zwischen den Blättern raschelte es. Ein Vogel rief zweimal. Und darunter war ein leises Rauschen.

„Der Bach?“

„Wir schauen nach“, sagte Oma.

Sie blieben auf dem Weg. Er bog noch einmal ab.

Dann sahen sie die Brücke.

Aber dahinter sah nichts so aus wie auf Mias Karte.

Der große Stein lag nicht vor ihnen. Das Wasser schien in die andere Richtung zu fließen. Und die Baumgruppe stand auf der falschen Seite.

Mia blieb stehen.

„Das ist ein anderer Bach.“

Theo schaute sehr ernst auf die blaue Linie.

„Wie viele Bäche passen auf so ein Blatt?“

Oma hockte sich neben Mia.

„Zeig einmal, wo auf deiner Karte unser Haus liegt.“

Mia zeigte nach unten.

„Und wo liegt es von hier aus?“

Mia drehte sich um. Hinter der Wiese und der Linde, dort waren sie hergekommen.

Langsam drehte sie auch das Blatt in ihren Händen.

Nun zeigte die gezeichnete Linde in die Richtung der echten Linde.

Und plötzlich lag die Baumgruppe auf der richtigen Seite.

Mia schaute zur Brücke.

Hinter einem Busch ragte eine breite graue Ecke hervor.

„Der Stein!“

Oma ging mit ihnen bis zu dem ebenen Rastplatz ein Stück vom Wasser entfernt. Dort lag der große Stein, genau wie beim letzten Besuch.

Mia legte die Karte auf ihre Knie.

„Ich habe sie nur andersherum gehalten.“

Theo setzte sich neben sie.

„Gut, dass wir nicht den Bach umdrehen mussten.“


Sie aßen ihr Brot und hörten dem Wasser zu.

Mia lieh sich Omas Bleistift. Sie zeichnete die Brücke ein. Dann die Abzweigung bei der Linde. Neben den richtigen Weg kam ein kleiner Pfeil.

Theo durfte den Rastplatz markieren.

Er malte drei winzige Kreise für ihre Sitzplätze.

„Jetzt sind wir auch auf der Karte.“

Als sie später zurückgingen, erkannte Mia den Busch an der Brücke und die Holztafel an der Wiese wieder.

Oma blieb bei ihnen. An der Linde zeigte Mia auf den Weg zum Haus.

„Da entlang.“

Zu Hause breitete sie die Karte auf dem Tisch aus. Der Keksfleck war noch immer auf der Rückseite.

Theo legte seinen flachen Stein daneben.

Mia stellte drei Becher hin.

Heute waren sie nicht besonders weit gereist.

Aber ihre kleine Welt war ein Stück vertrauter geworden.

Für heute darf es auch eine Geschichte sein.
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