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Theo, dein Freund in dieser Geschichte.

WELTMONSTER · ZWEITE REIHE · CA. 5–8 MINUTEN

Theo und der kleine Fluss

Eine Geschichte mit Frank und Theo.

Frank wollte einen Berg bauen.

Nicht irgendeinen. Einen hohen Berg mit zwei Gipfeln, einer schmalen Schlucht und einer Straße, die bis nach oben führte.

Opa stellte eine große flache Wanne auf den Gartentisch. Darin lag feuchter Sand.

Theo brachte seinen Stoffbeutel mit. Den flachen Lieblingsstein legte er neben die Wanne.

„Der könnte unten wohnen“, sagte das Weltmonster.

Frank nickte.

Er schob den Sand zu einem Hügel zusammen. Dann drückte er mit beiden Händen einen zweiten daneben.

Die Schlucht dazwischen war gerade breit genug für seinen Finger.

„Hier geht später ein Weg durch.“

Theo legte zwei kleine Kiesel an den Rand. Einen als Rastplatz und einen als Parkplatz für etwas, das noch nicht erfunden war.

Opa holte eine kleine Kanne Wasser.

„Wenn der Sand zu trocken wird, könnt ihr ein bisschen davon nehmen.“

Frank formte die Bergspitze. Sie hielt gut.

Theo strich die Straße mit einem Holzstäbchen glatt.

Alles sah aus wie ein kleines Land.

Dann goss Frank Wasser auf den höchsten Gipfel.

Er hatte gedacht, es würde dort bleiben und den Sand fest machen.

Aber das Wasser lief los.

Es zog einen schmalen Streifen den Hang hinunter, nahm ein paar Sandkörner mit und floss genau über Theos Straße.

Ein Stück vom Rand brach ab.

„Meine Kurve!“, rief Theo.

Frank stellte die Kanne hin.

In der Schlucht sammelte sich eine kleine Pfütze.

Die Straße war an einer Stelle verschwunden.

Frank schaute auf den Berg.

„Ich wollte ihn nur fester machen.“

Theo berührte die nasse Stelle mit dem Holzstäbchen. Der Sand rutschte nach.

Nun war die Lücke noch größer.

Beide hielten still.

Opa kam näher.

„Was ist passiert?“

Frank zeigte den Weg des Wassers.

Vom Gipfel nach unten. Über die Straße. Bis in die Schlucht.

Opa nickte.

„Das Wasser ist bergab geflossen. Dabei hat es etwas Sand mitgenommen.“

Theo betrachtete die neue Rinne.

„Ein Fluss, der unsere Straße nicht gelesen hat.“

Frank musste lächeln. Dann sah er wieder auf seine Gipfel.

Einer war jetzt viel niedriger.

Er hatte sich Mühe gegeben. Einfach alles platt zu drücken fühlte sich falsch an.

„Können wir eine andere Stelle zum Probieren machen?“

Opa zeigte auf die freie Seite der Wanne.

Dort bauten Frank und Theo einen kleinen Hügel. Nur einen, ohne Straße.

Frank zog mit dem Finger eine flache Rinne vom oberen Rand bis nach unten.

Theo stellte sich daneben und hielt das Stäbchen bereit.

Diesmal goss Frank nur wenig Wasser.

Es sammelte sich kurz oben.

Dann glitt es in die Rinne.

Ein winziger Fluss entstand.

Frank beugte sich vor.

Das Wasser wanderte um einen Stein herum, teilte sich in zwei dünne Arme und traf sich dahinter wieder.

„Es sucht sich einen Weg“, sagte er.

Theo legte einen Kiesel quer in die Rinne.

Das Wasser staute sich ein wenig. Dann floss es an der Seite vorbei.

Theo nahm den Kiesel wieder weg.

„Den Parkplatz stellen wir lieber woanders hin.“

Frank sah zum großen Berg.

Vielleicht musste die kaputte Straße gar nicht wieder genauso werden.

„Wir könnten eine Brücke bauen.“

Opa gab ihnen einen breiten flachen Holzspatel. Sie legten ihn über die schmale Rinne, mit beiden Enden auf festen Sand.

Theo drückte die Seiten vorsichtig an.

Frank führte einen kleinen Holzklotz über die Brücke. Hinüber und wieder zurück.

Sie hielt.

Nun bekam der Berg seinen Fluss.

Frank zog eine Rinne an der Stelle nach, an der das Wasser schon geflossen war. Unten formte er eine breite Mulde.

Theo legte seinen flachen Lieblingsstein daneben.

„Ein Platz am See.“

Frank goss langsam.

Das Wasser lief den Hang hinunter, unter der Brücke hindurch und bis in die Mulde.

Einige Sandkörner wurden mitgetragen. Der Rand veränderte sich ein wenig.

Diesmal schauten sie einfach zu.

Ihr kleines Land durfte sich verändern.


Später saßen sie am Gartentisch und aßen Brot.

Der Berg hatte immer noch zwei Gipfel. Einer war rund, der andere ein bisschen schief. Die Brücke lag über der Rinne, und in der Mulde glitzerte Wasser.

„Am Anfang wollte ich nur eine Straße“, sagte Frank.

Theo öffnete seinen Stoffbeutel.

„Jetzt gibt es einen ganzen Ausflug.“

Opa stellte die Wanne so, dass niemand darüber stolpern konnte. Den Lieblingsstein nahm Theo wieder mit.

Frank strich sich den Sand von den Händen.

Am Himmel zogen Wolken vorbei. Ganz langsam und viel größer als ihre beiden Berge.

Für heute blieb die Kanne leer.

Der kleine Fluss durfte sich ausruhen.

Schön, dass du dabei warst.
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