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Katrin aus der Welt der Zahlenmonster.

ZAHLENMONSTER · DRITTE REIHE · CA. 6–9 MINUTEN

Katrin und der sechste Sitz

Eine Geschichte mit Paul und Katrin.

Paul baute einen Zug quer durch sein Zimmer. Die Wagen waren umgedrehte Schuhkartons, die Lok war ein großer Bauklotz und der Bahnhof bestand aus zwei Kissen. Fünf Stofftiere warteten auf die Abfahrt. Der Hase hielt eine Fahrkarte aus Papier zwischen seinen langen Ohren.

„Wir fahren bis zum Teppichrand“, verkündete Paul. „Dann gibt es eine Pause.“ Er schob den ersten Karton vorwärts. Dabei stieß er an etwas Weiches, das hinter dem Bahnhofskissen saß. Es machte nicht aua. Es sagte: „Einsteigen bitte. Aber nicht auf meinen Fuß.“

Zum Vorschein kam ein türkisgrünes Monster mit runden Ohren. Auf seinem Bauch leuchteten vier helle Punkte. Einen davon hatte es halb mit einer Pfote zugedeckt. „Ich bin Katrin“, sagte es. „Zahlenmonster und heute vielleicht Schaffnerin.“

Paul zeigte ihr die Stofftiere. „Alle brauchen einen Platz.“ Katrin zählte langsam mit ihm: Hase, Bär, Ente, Katze und Fuchs. Fünf Reisende. „Und du?“, fragte Paul. „Ich laufe nebenher“, sagte Katrin. „Meine Beine haben heute noch keine Fahrkarte.“


Sie stellten zwei Tiere in den ersten Wagen und drei in den zweiten. Das ging gerade so. Aber die Ente lag mit dem Schnabel im Fell des Bären. „Der bekommt keine Luft zum Fahrkartenzeigen“, stellte Paul fest. Also brauchten sie noch einen Wagen.

Unter dem Bett stand ein kleiner Karton. Katrin zog an einer Ecke, Paul an der anderen. Mit einem leisen Schaben kam er hervor. Darin lagen sechs glatte Holzklötze. Paul wollte sie beiseiteschieben, doch Katrin legte einen vor sich. „Das könnte ein Sitz sein.“

Sie stellten in jeden Wagen zwei Klötze. Eins, zwei. Eins, zwei. Eins, zwei. Dann setzten sie die Tiere darauf. Im letzten Wagen blieb ein Platz leer. Katrin betrachtete ihn lange. „Sehr verdächtig.“

Paul zählte seine Tiere noch einmal. Immer noch fünf. Dann zählte er die Plätze. Sechs. Er runzelte die Stirn. „Vorhin waren es doch nur fünf.“ „Vorhin haben wir die Reisenden gezählt“, sagte Katrin. „Vielleicht antworten Plätze auf eine andere Frage.“

Sie nahmen alles wieder heraus. Das war umständlich, aber Paul wollte es genau sehen. Für jedes Tier schob er einen Klotz nach vorne. Am Ende standen fünf Tiere vor fünf Klötzen. Der sechste Klotz blieb allein auf dem Teppich zurück.

„Ein Platz mehr als Tiere“, sagte Paul langsam. Katrin setzte einen Finger auf den freien Klotz. „Ein Warteplatz.“ „Oder ein Gepäckplatz“, meinte Paul. Er legte die Fahrkarte darauf. Sie fiel sofort herunter. Papier reiste offenbar lieber zwischen Hasenohren.


Gerade wollten sie losfahren, da steckte Pauls kleine Schwester Lea den Kopf ins Zimmer. Unter ihrem Arm klemmte ein Stoffpinguin. „Darf der mit?“ Paul sah auf den freien Sitz. „Ja! Genau der fehlt.“

Lea setzte den Pinguin hinein. Jetzt hatte jedes Tier einen Platz. Katrin lief einmal am Zug entlang. Sie berührte jeden Wagen mit der Pfote und sagte: „Zwei hier. Zwei hier. Zwei hier.“ Paul zählte alle Reisenden der Reihe nach. Sechs. Diesmal passten die beiden Antworten zusammen.

Doch bei der ersten Kurve kippte der Bär um. Sein Kopf hing über den Kartonrand. Lea fing ihn auf. „Der ist zu groß für seinen Sitz.“ Paul versuchte, ihn fester hinzustellen. Der Bär kippte wieder. Katrin stützte ihn mit beiden Pfoten und bekam selbst beinahe eine Rolle rückwärts.

„Halt!“, rief Paul. Der Zug hielt. Niemand hatte Lust, dass der Bär die ganze Fahrt auf dem Kopf verbringen musste. Die drei schauten sich die Wagen an. Der erste Karton war schmal, der letzte breiter. Dort saßen gerade die winzige Ente und der kleine Pinguin.

„Wir können tauschen“, schlug Lea vor. Der Bär zog in den breiten Wagen um, die Ente in den schmalen. Paul zählte vorsichtshalber nach. Immer noch sechs. „Die Zahl bleibt gleich, obwohl sie anders sitzen“, sagte er. Katrin nickte. „Und der Bär sieht deutlich zufriedener aus.“


Nun fuhr der Zug endlich ab. Paul schob die Lok, Lea sang ein erfundenes Reiselied und Katrin ging nebenher. Am Teppichrand rief sie: „Endstation! Bitte alle Pfoten, Flügel und langen Ohren mitnehmen!“

Sie ließen die Tiere aussteigen und stellten sie im Kreis auf. Die sechs Holzsitze blieben in den Wagen. Paul zählte diesmal nicht sofort. Er sah, dass jedem Sitz ein Tier gegenüberstand. Dann prüfte er es doch noch einmal, einfach weil ihm das Zählen gerade Spaß machte.

Lea brachte einen kleinen Teller mit Apfelstücken, den Papa für sie vorbereitet hatte. Katrin setzte sich neben den Bahnhof. „Braucht dein Zug morgen wieder eine Schaffnerin?“ Paul nickte. „Aber dann bauen wir einen Wagen für dich.“

Das Monster blickte auf seinen runden Bauch und dann auf den schmalen Schuhkarton. „Vielleicht einen etwas breiteren.“ Paul holte den großen Deckel einer Spielzeugkiste. Katrin setzte sich hinein. Er passte wunderbar. Auf das nächste Schild schrieb Papa später: Sonderwagen für eine Schaffnerin mit vier Punkten.

Schön, dass du dabei warst.