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Oskar, dein Monsterfreund in dieser Geschichte.

ZAHLENMONSTER · ETWA 6–9 MINUTEN VORLESEZEIT

Oskar und der Platz am Tisch

Eine Geschichte mit Paul und Oskar.

Paul wollte im Wohnzimmer ein kleines Fest machen.

Es gab Wasser mit Apfelstückchen, eine Schüssel mit Keksen und einen Tisch, den man aus einer großen Kiste bauen konnte. Mama hatte ein Tuch darübergelegt.

„Wen laden wir ein?“, fragte sie.

Paul zählte an seinen Fingern ab.

„Dich. Oma. Emma. Und Oskar.“

Oskar saß schon unter dem Tisch.

Das Zahlenmonster hatte einen türkisfarbenen Bauch und drei dunkelblaue Punkte auf der Stirn. Es zählte gern Dinge, die stillhielten. Bei hüpfenden Dingen kam es manchmal durcheinander.

„Mich musst du nicht weit einladen“, sagte es. „Ich bin bereits angekommen.“

Paul beugte sich herunter.

„Warum sitzt du da unten?“

„Ich wollte wissen, wie viele Tischbeine die Kiste hat.“

„Gar keine.“

Oskar nickte beeindruckt.

„Und trotzdem steht sie.“

Paul legte vier Kissen auf den Teppich. Ein grünes, ein blaues, ein gelbes und ein rotes. Zu jedem stellte er einen Becher.

Oskar kam unter dem Tisch hervor.

„Das sieht sehr festlich aus.“

Sie legten vier Servietten dazu. Paul stellte die Keksschüssel in die Mitte. Oskar rückte sie einen Fingerbreit nach links, dann wieder zurück.

„Jetzt ist sie in der allermittigsten Mitte.“

Es klingelte.

Oma kam mit Emma herein. Mama brachte die Wasserkanne. Oskar verbeugte sich so tief, dass seine Nase fast das Tischtuch berührte.

Alle suchten sich einen Platz.

Oma nahm das grüne Kissen. Emma das blaue. Mama setzte sich auf das gelbe. Oskar ließ sich auf das rote plumpsen.

Paul stand noch.

Er schaute nach links.

Er schaute nach rechts.

Es gab kein Kissen mehr.

„Wo soll ich sitzen?“

Oskar sprang sofort wieder auf.

„Hier!“

Paul setzte sich.

Nun stand Oskar.

Eine Weile betrachteten sie einander.

Dann sagte Emma: „So geht das immer weiter.“

Paul rutschte vom Kissen. Sein Fest war gerade erst angefangen, und schon passte etwas nicht.

„Ich habe doch alle gezählt.“

Oskar kniete sich neben die Kiste. Die drei Punkte auf seiner Stirn verschwanden kurz unter der Tischkante.

„Vielleicht ist ein Kissen druntergerutscht.“

Unter der Kiste war keines.

Hinter dem Vorhang auch nicht.

Oskar hob eine Serviette hoch.

„Hier passt höchstens ein sehr kleines Kissen hin.“

Paul fand das heute nicht besonders lustig. Er hatte gewollt, dass alles fertig war, bevor die Gäste kamen.

Oma stellte ihren Becher ab.

„Wir haben Zeit“, sagte sie.

Paul setzte sich erst einmal neben sein rotes Kissen. Oskar blieb neben ihm stehen.

„Sollen wir zusammen nachzählen?“, fragte das Monster.

Paul nickte.

Er zeigte auf Oma.

„Eins.“

Auf Emma.

„Zwei.“

Auf Mama.

„Drei.“

Auf Oskar.

„Vier.“

Dann ließ er die Hand sinken.

Oskar sah auf die Reihe. Danach sah es Paul an.

„Und wer hat das schöne Fest gemacht?“

„Ich.“

Oskar wartete.

Paul schaute auf seine eigene Brust.

„Oh.“

Er hob noch einen Finger.

„Fünf.“

Emma grinste.

„Du darfst auch mitfeiern.“

Paul musste lachen. Er hatte an alle Gäste gedacht und dabei seinen eigenen Platz vergessen.

„Wir sind fünf. Aber wir haben nur vier Kissen.“

„Dann brauchen wir noch eines“, sagte Oskar.

Gemeinsam gingen sie zum Sessel. Dort lag ein rundes Kissen mit einem Bezug, der an einer Seite ganz weich war.

Paul trug es an den Tisch. Oskar brachte den fünften Becher, den Mama ihm reichte.

Nun wurde es eng.

Das runde Kissen passte nicht zwischen das rote und das blaue. Paul schob. Oskar zog. Das Tischtuch rutschte ein kleines Stück mit.

Die Wasserkanne wackelte.

Mama hielt sie fest.

Alle wurden still.

„Erst machen wir Platz“, sagte Paul.

Er zog sein Kissen ein Stück zurück. Emma rückte mit dem blauen zur Seite. Oma schob das grüne näher an die Ecke.

Jetzt konnte das runde Kissen dazwischenliegen.

Oskar setzte den fünften Becher ab.

Paul schaute langsam um den Tisch.

„Ein Kissen für Oma. Eines für Emma. Eines für Mama. Eines für Oskar.“

Er legte die Hand auf das runde Kissen.

„Und eines für mich.“

Alle saßen.

Diesmal blieb niemand übrig.


Die Kekse knusperten. In den Bechern schwammen die Apfelstücke nach oben und wieder nach unten.

Oskar erzählte von einem Käfer, den es einmal zählen wollte. Der Käfer war ständig im Kreis gelaufen.

„Am Ende dachte ich, es wären sieben“, sagte Oskar. „Dabei war es immer derselbe.“

Paul lachte so sehr, dass er seinen Becher abstellen musste.

Nach dem Fest halfen alle beim Aufräumen. Paul stapelte die Kissen auf dem Sessel.

Das runde kam ganz nach oben.

Später kuschelte er sich mit einem Buch daneben. Oskar saß auf dem Teppich und lehnte den Rücken an den Sessel.

„Weißt du, was gut war?“, fragte Paul.

„Die Kekse?“

„Auch. Aber ich hatte am Ende den weichsten Platz.“

Oskar betrachtete die große Kiste.

„Und unser Tisch braucht immer noch keine Beine.“

Dann waren beide still.

Man musste ja nicht alles zählen.

Manchmal konnte man einfach gemütlich sitzen.

Für heute darf es auch eine Geschichte sein.
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